| Missiones (Argentinien) - Ihla do Mel (Brasilien) |
| Dienstag, 14. Oktober 2008 | |
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Ihla do Mel, 14.10.2009
Wir fahren weiter in die Provinz Missiones, doch zuvor schauen wir uns in Las Marias die Verarbeitung von Yerba-Mate an. Das Nationalgetraenk der Argentinier, Paraguayaner und Brasilianer schmeckt etwas bitter und sieht in etwa so aus: Man nehme eine kleine verziehrte hohle Kalabasse (Kuerbis-Mate-Becher), diese wird fast randvoll mit Yerba (eine Tee-Art) gefuellt, man stecke eine Bombilla (Metalltrinkrohr mit Filter) hinein und befuelle es am Rand mit etwa 1-2 Schluck 80Grad heissem Wasser und zutsche es aus. Dann wird das Getraenk in der Runde gereicht und entsprechend immer nachgefuellt. Auf dem weiterem Weg uebernachten wir an einer Hauptverkehrskreuzung in San Jose, direkt neben der Jungfrau Maria. Fruehmorgens werden wir, wie schon erwartet, nicht vom Verkehr sondern von Frauen, die zum Beten kommen, geweckt. Wir machen uns auf zum Oktoberfest in L.N. Alem. Dort nehmen wir einen Zeltplatz und gehen in die Stadt. Bei "Artesanias Rustico "kaufen wir uns unser eigenes Mate-Werkzeug. Die Besitzerin des Geschaeftes, Estella, erklaert uns die Handhabung und laedt uns am Abend zum gemeinsamen Mate-Trinken ein. Bei der Zeremonie lernen wir ihren Ehemann Rudolfo kennen, der auch gut Deutsch spricht, da sein Vater, wie so viele der Einwohner hier, aus Europa immigiert sind. Wir verstehen uns so gut, dass sie uns gleich fuer die naechste Nacht anbieten bei ihnen zu wohnen. Am naechsten Vormittag kommen wir, also entgegen unseres Planes, mit Sack und Pack bei ihnen an und Rudolfo staunt nicht schlecht, dass es soviel Gepaeck ist. Es gibt ein leckeres Mittag und das alles muss sehr schnell gehen, da Rudolfo uns am Vorabend noch beim alemischen-TV angemeldet hat - danach waren wir im Ort etwas bekannter. Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus nach San Ignacio und schauen uns Ruinen von den Jesuiten aus dem 17.Jh. an. Das 33. Oktoberfest wird in Alem eroeffnet und wir sind dabei. Der Schwiegersohn von Rudolfo und Estella ist der derzeitige Praesident vom Club Aleman. Einige kannten uns schon aus dem TV, anderen werden wir noch vorgestellt - es gibt ein schoenes Rahmenprogramm mit Trachten, wir tanzen, lachen und trinken natuerlich Bier (aus der 1l Flasche im 0,2er Glass). Wir werden viel eingeladen und jeder freut sich uns zu sehen, wann kommen schon mal 2 richtige Deutsche mit dem Rad zum Oktoberfest nach Alem. Da es am folgenden Tag regnet, Doro bissl kraenkelt und Rudolfo und Estella uns anbieten zu bleiben, tuen wir das noch 2 Tage. Die beiden sind so herzlich zu uns und haben uns verwoehnt. Sven kocht dafuer einmal saechsische Kueche. Wir muessen weiter, die Strasse geht in Wellen und auf einmal springt und klemmt bei Doro´s Rad, der Freilauf ist gebrochen. Leider haben wir nicht das passende Werkzeug und somit halten wir den Daumen raus und nach ca. 1h nimmt uns ein Pickup mit nach Dos de Mayo, wo Sven diesen wechseln konnte. Bergab fahren wir durch einen saftigen gruenen suptropischen Regenwald nach Montecarlo, wo uns Maria und Irene mit ihrem Garten erwarten.(ein Kontakt aus Buenos Aires, Mutter und Tochter deutscher Abstammung). Dort verbringen wir bei herzlichster Gastfreundschaft 2 Tage, besuchen das Blumenfestival und erfahren viel ueber die deutschen Immigranten und die deutsche Kirche in Argentinien. Wir treffen auch viele "Deutsche" und lustig ist immer die Frage nach dem Nachnamen, wie Mueller, Mayer und Rindsfleisch. Ueber ca. 3 Generationen wurde die Sprache erhalten, nur die Kinder wollen nun nicht mehr so ganz. Wir bekommen von Irene den Kontakt von Pfarrer Tech in Pt. Esperanza, wo wir auf dem Kirchengelaende uebernachten und einen schoenen Abend verbringen. Das Ziel ist erreicht: Iguazu und seine spektakulaeren-sehenswerten Wasserfaelle. 70 Faelle ziehen sich ueber eine Gesamtlaenge von ca. 4km. Die Flora und Fauna ist grandios, viele verschiedene Voegel, Nasenbaeren, Leguane und andere Saeugetiere bekommen wir zu sehen. Wir treffen unsere ersten Backpacker und mit 2 von ihnen Laurane und Severin aus der Schweiz verstehen wir uns so gut, dass wir noch die naechsten Tage mit ihnen planen. Wir sehen uns die Faelle nur von der argentinischen Seite an und fahren mit dem Nacht-Bus nach Curitiba (670km) in Brasilien. Die Busfahrt ist Luxus im Semi-Cama ("Halb-Bett"), da kann sich Europa ne Scheibe abschneiden. Die Stadt ist sehr bunt und wir erkunden sie bei einer Stadtrundfahrt, da sie sehr gross ist. Weiter geht die Fahrt mit dem SerraVerdeExpress, mit dem wohl bekanntesten Zug Brasiliens, durch den atlantischen Regenwald. Das lohnt sich voll! Die Faehre bringt uns zur Insel "Ihla do Mel", wo wir nun am Strand mal 3 Tage ausruhen wollen. Es gibt keine Autos und noch keine Touristen, einfach entspannend und schoen. |
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